Start/Journal/Internationales SEO für DACH: Hreflang o

Internationales SEO für DACH: Hreflang ohne Tränen

Hreflang ist das technisch wichtigste SEO-Element für Shops, die mehrere Märkte bedienen. Es ist gleichzeitig das Element, bei dem die meisten Shops Fehler machen. Ein einziger fehlender Tag oder eine kaputte Reziprozität zerschießt das gesamte Setup. Wer DACH bedient, kommt um Hreflang nicht herum.

Was ist Hreflang und warum brauche ich das für DACH?

Hreflang ist ein HTML-Tag, das Suchmaschinen sagt, welche Sprach- oder Landes-Version einer Seite welcher Sprache oder welchem Land entspricht. Ohne Hreflang weiß Google nicht, dass deine deutsche Startseite und deine österreichische Startseite das gleiche Produkt für unterschiedliche Märkte zeigen. Statt beide korrekt zu zeigen, rankt Google oft nur eine.

Bei DACH-Shops ist das besonders heikel, weil DE, AT und CH die gleiche Sprache, aber unterschiedliche Währungen, Versandkonditionen und manchmal Preise haben. Ein deutscher Kunde, der eine schweizer Seite mit CHF und CH-Versand sieht, springt sofort ab. Ein schweizer Kunde, der eine DE-Seite mit EUR und 9,90 EUR Versand findet, denkt deine Brand sei nicht in der Schweiz aktiv.

Welche URL-Struktur ist die beste für DACH-SEO?

Es gibt drei Optionen, je nach Shop-Setup. Subdirectories (deinshop.de/de, deinshop.de/at, deinshop.de/ch) sind die einfachste Lösung und für Shopify Markets der Standard. Vorteil: alle Märkte teilen sich die Domain-Authority. Nachteil: weniger lokal-relevant für Google.

Subdomains (de.deinshop.com, at.deinshop.com, ch.deinshop.com) signalisieren stärker, dass es sich um eigenständige Märkte handelt. Domain-Authority verteilt sich aber, was für junge Shops nachteilig ist. Country-Code-Top-Level-Domains (deinshop.de, deinshop.at, deinshop.ch) sind das stärkste Signal für Google, dass jeder Shop für sein Land gemacht ist. Aber sie verteilen die SEO-Power maximal und sind teurer in Pflege und Marketing.

Für die meisten DACH-Shops bis 5 Mio. Umsatz ist Subdirectory die richtige Wahl, am besten über Shopify Markets. Größere Brands mit echtem Lokalisierungs-Bedarf gehen auf ccTLDs.

Wie sieht ein korrektes Hreflang-Tag aus?

Hreflang-Tags stehen im HTML-Head jeder Seite und nennen alle Sprach-Land-Varianten. Ein typisches DACH-Setup für eine Produktseite sieht so aus:

<link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://deinshop.com/de/products/wollmantel"/>
<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://deinshop.com/at/products/wollmantel"/>
<link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://deinshop.com/ch/products/wollmantel"/>
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://deinshop.com/de/products/wollmantel"/>

Wichtig: jede Sprach-Land-Kombination listet alle anderen Varianten plus sich selbst plus das x-default-Ziel. Reziprozität ist das, was die meisten Setups kaputt macht. Wenn die DE-Seite alle drei Märkte korrekt verlinkt, aber die CH-Seite nur sich selbst, ignoriert Google das ganze Setup.

Wie funktioniert Hreflang mit Shopify Markets?

Shopify Markets erzeugt Hreflang-Tags automatisch, sobald du mehrere Märkte konfiguriert hast. Das ist die einfachste Lösung und für 90 Prozent der Shopify-Shops die richtige.

Die Tags werden im Theme-Liquid generiert und ins Layout eingefügt. Du musst nichts selbst hinzufügen. Aber: prüfe einmal mit Screaming Frog oder Sistrix, ob die Tags korrekt sind. Ich habe mehrere Shopify-Markets-Setups gesehen, bei denen die Tags fehlten oder x-default falsch gesetzt war. Shopify ist nicht fehlerfrei.

Konfigurier in Markets unter Settings → Domains für jeden Markt eine Subdirectory oder Subdomain. Aktivier die automatische Sprach-Erkennung. Lass die Tags von Shopify generieren. Dann crawl die Site und prüf die Reziprozität.

Welche Hreflang-Fehler kostet am meisten Traffic?

Erstens: nicht-reziproke Verlinkung. DE-Seite verlinkt AT und CH, aber AT-Seite verlinkt nur DE und sich selbst, nicht CH. Google ignoriert das gesamte Setup.

Zweitens: falsche x-default-Ziel-Auswahl. x-default sollte auf die Seite zeigen, die für nicht-zugeordnete Märkte angezeigt wird, meistens die Hauptmarkt-Seite (DE bei DACH-Shops). Wenn x-default auf eine Seite zeigt, die selbst nicht hreflang-getagged ist, fliegt das Setup raus.

Drittens: Sprach-Land-Codes falsch geschrieben. de-DE ist korrekt, de_DE ist falsch. de-AT ist korrekt, at-DE ist falsch (Sprache vor Land). de ist nur Sprache ohne Land, das funktioniert auch, aber bei DACH brauchst du die Länder-Differenzierung.

Viertens: Tags nur auf Produktseiten, nicht auf Collection-Seiten. Hreflang gehört auf jede indexierbare Seite, auch Kategorien, Blog-Artikel, Startseite. Sonst rankt Google oft nur die getaggten Seiten korrekt.

Wie validiere ich mein Hreflang-Setup?

Drei Tools machen das in zehn Minuten. Erstens: Screaming Frog im SEO-Spider-Modus. Du crawlst die Seite, gehst auf den Hreflang-Tab und siehst sofort, welche Tags fehlen, welche nicht reziprok sind und wo Sprach-Codes falsch geschrieben sind.

Zweitens: Sistrix Hreflang Checker. Webbasiert, kostenlos, gibt dir eine Visualisierung, welche Sprach-Land-Kombinationen sich gegenseitig verlinken.

Drittens: Google Search Console. Unter Internationale Ausrichtung siehst du Hreflang-Fehler aus dem Google-Crawl. Achtung: diese Daten sind oft mehrere Wochen alt, also nicht das primäre Validierungs-Tool.

Häufige Fragen

Was ist Hreflang?

Hreflang ist ein HTML-Tag im Seiten-Head, der Suchmaschinen sagt, welche Sprach- oder Landes-Version einer Seite welcher Zielgruppe entspricht. Bei DACH-Shops verhindert er, dass deutsche Nutzer:innen versehentlich auf der schweizer Version landen und umgekehrt.

Welche URL-Struktur ist am besten für DACH?

Für die meisten DACH-Shops bis 5 Millionen Euro Umsatz sind Subdirectories (deinshop.com/de, /at, /ch) die richtige Wahl, am besten über Shopify Markets. Größere Brands mit echtem Lokalisierungs-Bedarf gehen auf Country-Code-Top-Level-Domains (.de, .at, .ch).

Macht Shopify Markets Hreflang automatisch?

Ja, Shopify Markets erzeugt Hreflang-Tags automatisch, sobald mehrere Märkte konfiguriert sind. Das funktioniert in 90 Prozent der Fälle korrekt. Eine Validierung mit Screaming Frog oder Sistrix nach dem Setup ist trotzdem ratsam, weil ich mehrere Setups gesehen habe, bei denen Tags fehlten oder x-default falsch gesetzt war.

Was ist x-default bei Hreflang?

x-default ist die Fallback-URL, die Google nutzt, wenn keine der hreflang-getaggten Sprach-Land-Kombinationen zur Suchanfrage passt. Bei DACH-Shops zeigt x-default in der Regel auf die deutsche Hauptseite, da das der größte Markt ist.

Wie validiere ich Hreflang am schnellsten?

Mit Screaming Frog (Hreflang-Tab nach einem Crawl) oder dem kostenlosen Sistrix Hreflang Checker. Beide Tools zeigen in wenigen Minuten alle Reziprozitäts-Fehler, falsche Sprach-Codes und fehlende Tags. Die Google Search Console liefert ergänzend langfristige Crawl-Daten.


Wenn dir der Artikel weitergeholfen hat und du jemanden suchst, der das in deinem Shop umsetzt: ich biete SEO-Audits, Shopify-Setup und Klaviyo-Programme für DACH-Stores. Erstgespräch kostenlos, dauert dreißig Minuten.

Lust auf mehr?

Wenn dir der Artikel was gebracht hat, kommt der nächste vermutlich auch in Frage.

Erstgespräch buchen →