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Shopify-Migration Schritt für Schritt: Von WooCommerce, Magento und Shopware

Eine Shop-Migration ist immer riskant. Falsch geplant verlierst du Suchmaschinen-Rankings, Stammkund:innen und Wochen an Umsatz. Richtig geplant ist sie eine Investition, die sich nach drei bis sechs Monaten auszahlt. Welche Schritte du nicht überspringen darfst, hängt weniger vom Ausgangs-System als von einem soliden Migrations-Plan ab.

Warum migrieren so viele Shops zu Shopify?

Drei Gründe dominieren in den Migrations-Anfragen, die ich bekomme. Erstens: technische Schulden auf Magento oder WooCommerce. Aktualisierungen werden riskant, der Hosting-Provider macht Probleme, jede neue Funktion kostet Wochen Entwickler-Zeit.

Zweitens: Wachstum. Der Shop hat eine Größe erreicht, bei der Self-Hosted-Lösungen instabil werden oder die Total-Cost-of-Ownership höher ist als Shopify mit App-Stack.

Drittens: Internationalisierung. Shopify Markets ist deutlich besser durchdacht als die meisten Multi-Store-Lösungen auf anderen Plattformen.

Wie lange dauert eine Shopify-Migration realistisch?

Für einen Standard-Shop mit 200 bis 1.000 Produkten und ohne komplexe B2B-Logik plan vier Monate ein. Davon entfallen ungefähr ein Monat auf Konzept und Datenanalyse, zwei Monate auf Setup, Theme-Anpassung und Daten-Migration, ein Monat auf Tests, SEO-Mapping und Soft-Launch.

Bei größeren Shops (über 5.000 Produkte, B2B-Pricing, individuelle Workflows) sind sechs bis neun Monate realistisch. Plus-Setups mit Custom-Checkout, Mehr-Markt-Konfiguration und API-Integrationen sprengen die Sechs-Monats-Marke regelmäßig.

Wer dir eine Standard-Migration in unter sechs Wochen verspricht, schneidet entweder bei Tests oder bei der SEO-Migrations-Strategie ab. Beides kostet später mehr.

Was ist der wichtigste SEO-Schritt bei der Migration?

Das URL-Mapping. Bei jeder Migration ändern sich URL-Strukturen. Magento hat oft Pfade wie /catalog/category/view/id/123, Shopify hat /collections/sammlung. Wenn du keine 301-Redirects von alten auf neue URLs setzt, verlierst du das gesamte SEO-Equity dieser URLs. Rankings verschwinden, Backlinks zeigen ins Leere.

Praktisch: lade alle alten URLs aus deinem aktuellen System und der Search Console runter. Erstell eine Excel-Tabelle mit zwei Spalten: alte URL und neue URL. Map jede Top-Performer-URL manuell. Das dauert bei einem Standard-Shop einen halben Tag, bei einem 5.000-Produkt-Shop zwei bis drei Tage.

Importier die Redirect-Tabelle in Shopify unter Online Store, Navigation, URL Redirects. Bulk-Import per CSV ist möglich. Geh die Top-100-URLs danach manuell durch und prüf ob die Redirects greifen.

Wie migriere ich Produkt- und Kundendaten?

Für Produkte gibt es Tools wie Matrixify (früher Excelify) oder Cart2Cart, die Standard-Migrationen automatisieren. Matrixify ist mein Favorit, weil es CSV-basiert arbeitet und du mit Excel oder Google Sheets nachbearbeitest.

Kundendaten sind heikler wegen DSGVO. Du brauchst eine Rechtsgrundlage für den Transfer (Art. 6 DSGVO), idealerweise dokumentiert. Passwörter migrierst du nicht. Bei Shopify melden sich Kund:innen beim ersten Login per Magic-Link an und setzen ein neues Passwort.

Bestellhistorie migriert man oft nicht oder nur als Read-Only-Export. Das spart Zeit und Komplexität. Wenn Bestellhistorie zwingend rüber muss, plan zusätzliche zwei bis vier Wochen ein.

Welche Fehler kostet bei Shopify-Migrationen am meisten?

Erstens: keine SEO-Migration. URL-Mapping nicht gemacht, Title-Tags nicht überprüft, Hreflang nicht neu eingerichtet. Das Resultat sind oft 30 bis 60 Prozent Traffic-Verlust in den ersten drei Monaten.

Zweitens: Theme-Anpassungen 1:1 vom alten System. Shopify-Themes funktionieren anders als Magento-Templates. Wenn du versuchst, das alte Design exakt zu kopieren, verbrennst du Entwickler-Stunden ohne Mehrwert. Eine Migration ist meistens der bessere Moment für einen kontrollierten Design-Refresh, statt ein in die Jahre gekommenes Layout zu konservieren. Wenn du keinen eigenen Designer im Haus hast, arbeite ich für solche Fälle gern mit Studios wie lemon made aus Rheda-Wiedenbrück zusammen.

Drittens: zu viele Apps direkt zu Beginn. Migrations-Phase ist die ideale Zeit, App-Bloat loszuwerden. Lade nur die Apps, die du wirklich brauchst.

Viertens: Soft-Launch ohne ausreichenden Test. Plan eine Woche Soft-Launch mit reduziertem Marketing-Budget ein, um Bugs zu finden bevor du auf Vollgas gehst.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Shopify-Migration?

Standard-Shop mit 200 bis 1.000 Produkten: etwa vier Monate. Größere Shops mit B2B-Logik oder komplexen Workflows: sechs bis neun Monate. Plus-Setups mit Custom-Checkout und Mehr-Markt: oft länger.

Verliere ich Rankings bei der Migration zu Shopify?

Nicht zwangsläufig. Mit sauberem URL-Mapping, 301-Redirects, korrekt migrierten Title-Tags und neuem Hreflang bleiben die Rankings meistens stabil. Ohne diese Maßnahmen sind 30 bis 60 Prozent Traffic-Verlust normal.

Welches Tool nutze ich für Daten-Migration?

Matrixify (vormals Excelify) ist der Standard für CSV-basierte Daten-Migrationen. Es deckt Produkte, Kunden, Collections und Bestellungen ab. Cart2Cart automatisiert Migrationen aus über 40 Systemen, ist aber weniger flexibel.

Werden Passwörter bei der Migration übernommen?

Nein, Passwörter werden nicht migriert, weil sie verschlüsselt gespeichert sind. Kund:innen melden sich beim ersten Login per Magic-Link bei Shopify an und setzen ein neues Passwort.

Soll ich die Bestellhistorie migrieren?

Bei den meisten Migrationen nicht oder nur als Read-Only-Export. Vollständige Bestellhistorie migrieren ist teuer und komplex. Wenn nötig, plan zwei bis vier zusätzliche Wochen ein.


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